man sollte die unordnung vor der ordnung schützen.
auszüge aus einem küchentalk am 20.jan zu leerstand / ordnung / unordnung / encounter.
RESEARCHING THE URBAN VOID
auszüge aus einem küchentalk am 20.jan zu leerstand / ordnung / unordnung / encounter.
man soll unvergängliche dinge nicht im vergänglichen suchen
sophie scholl
“ […] In der kapitalistischen Gesellschaft ist die Arbeit die Ursache des geistigen Verkommens und körperlicher Verunstaltung. Man vergleiche die von einem menschlichen Dienerpack bedienten Vollblutpferde in den Ställen eines Rothschild mit den schwerfälligen normannischen Gäulen, welche das Land beackern, den Mistwagen ziehen und die Ernte einfahren. Man betrachte den edlen Wilden, wenn ihn die Missionare des Handels und die Vertreter in Glaubensartikeln noch nicht durch Christentum, Syphilis und das Dogma der Arbeit verdorben haben, und dann vergleiche man mit ihm unsere elenden Maschinensklaven.
Will man in unserem zivilisierten Europa noch eine Spur der ursprünglichen Schönheit des Menschen finden, so muß man zu den Nationen gehen, bei denen das wirtschaftliche Vorurteil den Haß gegen die Arbeit noch nicht ausgerottet hat. Spanien, das -ach!- verkommt, darf sich rühmen, weniger Fabriken zu besitzen als wir Gefängnisse und Kasernen; aber der Künstler genießt, den kühnen, kastanienbraunen, gleich Stahl elastischen Andalusier zu bewundern; und unser Herz schlägt höher, wenn wir den in seinem durchlöcherten Umhang majestätisch bekleideten Bettler einen Herzog von Orsana mit »Amigo« anreden hören. Für den Spanier, in dem das ursprüngliche Tier noch nicht ertötet ist, ist die Arbeit die schlimmste Sklaverei. Auch die Griechen hatten in der Zeit ihrer höchsten Blüte nur Verachtung für die Arbeit; den Sklaven allein war es gestattet zu arbeiten, der freie Mann kannte nur körperliche Übungen und Spiele des Geistes. Das war die Zeit eines Aristoteles, eines Phidias, eines Aristophanes, die Zeit, da eine Handvoll Tapferer bei Marathon die Horden Asiens vernichtete, welches Alexander bald darauf eroberte. Die Philosophen des Altertums lehrten die Verachtung der Arbeit, diese Herabwürdigung des freien Menschen; die Dichter besangen die Faulheit, diese Gabe der Götter: »O Meliboea, Deus nobis haec otia fecit.« “
aus: Paul Lafargue, Das Recht auf Faulheit, 1883
„Der Film zeigt, dass neben einem objektiv quantifizierbaren, äußeren Raum ein innerer, subjektiv empfundener Raum eine Wirkung entfaltet, die er seinerseits auf die Handlung der Geschichte überträgt. Der innere Raum ist an eine subjektive Sicht gebunden, die einen Wahrnehmungsprozess durch einen Betrachter impliziert. Dass diese duale Raumauffassung über die räumliche Funktionalität hinausweist und zur persönlichen Projektionsfläche wird, die an einen Wahrnehmungsprozess gekoppelt ist, legt nahe, die Begriffe der Raumwahnehmung und der Raumwirkung etwas differenzierter zu betrachten und voneinander abzugrenzen.“
aus: Doris Agotai, Architekturen in Zelluloid, 2007, s.25
Untitled from Laula Haas on Vimeo.
ein kaltstehender ort wie das haus der statistik muss gut verschlossen sein.
denn die gefahren sind unkontrollierbar.
versteckt im haus der statistik