WENN ES MENSCHEN GIBT DIE NUR UNTER WASSER LEBEN, DANN SOLLTE DAS HAUS DER STATISTIK VIELLEICHT EINFACH GEFLUTET WERDEN … deshalb:
„p, können wir gehn?“, und ein leises: „bitte .“ er streicht ihr die vertrockneten haare aus der stirn und küsste sie.
das ist wie im regen tanzen. doch irgendwann ist der regen einfach nur noch wasser, das vom himmel fällt und dann wird es schwer nicht nass und kalt zu sein. schönleinstrasse. bis jetzt hatten sie sich nicht wirklich nach oben getraut. einmal kurz hatte gereicht. es war windig gewesen auf dem hermannplatz, aber der wind hatte nur mit ihren haaren gespielt. sie selbst waren schwer und unbeweglich einfach stehen geblieben.
wo sie her kamen, da trug einen der wind fort, man konnte sich fallen lassen, war nicht stärker als er. aber das war schön. hier kamen sie sich so unendlich schwer und unbeweglich vor, wenn vor ihren augen die haare im wind wehten. sie hielt ihre flasche seit dem ankommen etwas zu fest. ihre hand begann nun den krampf an den arm abzugeben. auch das noch. aber hier kann man loslassen nicht wieder gut machen. loslassen heißt zerstören. wenn etwas fällt, dann bis auf den boden. es bleibt keine zeit. die zeit zwischen loslassen und aufprall, in dieser zeit lebt sie eigentlich. doch diese zeit gibt es hier nicht. sie ließ die dinge ja nicht los um sie zu zerstören, sondern vielmehr um sie nicht zu nötigen. die bahn fuhr nun ohne sie weiter. erstmal zur treppe, hinsetzen. die flasche abstellen. die taschen vom handgelenk befreien. wohin sie jetzt nicht fuhren wussten sie ebenso wenig wie wo sie jetzt waren.
weiter … sagt p. nicht noch schwerer werden. da steigen nun zwei menschen wie du und ich auf eine merkwürdige weise konzentriert die paar stufen vom ubahnhof hoch ans tageslicht. immer wieder schlagen ihre taschen auf stein. sie schafft die ersten stufen, dann können ihre fü.e für einen moment nicht mehr verbergen dass ihnen all das fremd ist. sie fällt. er dreht sich nach ihr um. so machen wir das auch, und dann können wir uns kümmern.
er dreht sich also wie wir uns drehen, doch kümmern geht nicht mehr. weil es keinen widerstand gibt, geht alles zu schnell. auch er stolpert die stufen hinunter. bis unten findet er keinen halt. er versucht es garnicht, lässt sich fallen. alles andere wäre zu viel auf einmal. (…)